Urlaub in Finnland

„Wenn der Tag später schlafen geht als du“

Kein Straßenlärm, keine Menschenmengen, kein Stress. Nur Natur. Man braucht nur ein bis zwei Tage Aufenthalt im Ferienhaus, bis man bemerkt, dass die Uhr auf einmal langsamer tickt.

Finnland ist ein Reiseziel für Individualisten – Menschen, die Einsamkeit und unberührte Natur suchen. Drei Viertel der Landesfläche sind von dichten Wäldern bedeckt und nirgendwo sonst auf der Welt gibt es mehr Naturschutzgebiete. Das Wasser hat es auf dem Weg ins Meer anscheinend nicht besonders eilig – unendlich viele Wasseradern bahnen sich gemächlich ihren Weg durch die weitläufige Landschaft. Fast 190.000 Seen bieten zusammen mit ebenso vielen kleinen Inseln ein außergewöhnliches Naturschauspiel – ob unter der märchenhaften Sonne eines nie enden wollenden Sommers oder dem tiefen Schnee des garantiert weißen Winters.

Modernes Finnland

In einem finnischen Lied heißt es, die Finnen würden ihre Bäume fällen, um daraus Papier zu machen und darauf traurige Lieder über ihr früheres Leben in den Wäldern zu schreiben. Mag sein: Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung leben mittlerweile in dichter besiedelten Regionen wie dem Großraum Helsinki. Die Zahl der Mobiltelefone und Internet-Anschlüsse pro Kopf ist in Finnland größer als in irgendeinem anderen Land der Welt. Auf 1000 Einwohner kommen etwa 1500 Mobilfunkanschlüsse. Finnland ist ein fortschrittliches Land und die junge, bestens gebildete Generation zieht es in die Städte, um dort zu arbeiten.

Finnen gelten zwar allgemein hin als zurückhaltend, sind bei Besuchern jedoch bekannt für ihre ehrliche Gastfreundschaft. Reisenden wird gerne geholfen und fast im gesamten Land kommt man mit ein wenig Englisch bestens zurecht.

In Finnland wird die Meinung und Freiheit des Einzelnen respektiert. Winston Churchill sagte einst: „Finnland zeigt, wozu freie Menschen fähig sind“. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn Finnen sind bekannt für ihr ausgeprägtes Demokratieverständnis. Hier existiert das älteste Frauenwahlrecht Europas und es sind überdurchschnittlich
viele Frauen in Führungspositionen vertreten. Wie in allen skandinavischen Ländern hat die Familie einen sehr hohen Stellenwert und dementsprechend viel wird für das Wohl der Kinder getan.

Echte „Vier Jahreszeiten“

Ein Urlaub in Finnland gestaltet sich je nach Jahreszeit anders. Die Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter sind enorm und dementsprechend unterschiedlich sind die Eindrücke, die man als Besucher mit nach Hause nimmt.

Im Winter taucht der Schnee die Landschaft in ein weißes, stilles Kleid. Die kleinen Seen frieren zu und der Atem der im Freien spielenden Kinder wird sichtbar. Die Finnen widmen sich Wintersportarten wie Eishockey, Schlittenrennen oder Ski. Über die Jahre hinweg ist in Finnland eine Infrastruktur erstklassiger Skigebiete entstanden, Saariselkä und Levi in Nordlappland sind die bekanntesten unter ihnen. Rund ein Drittel des Landes liegt über dem nördlichen Polarkreis und so sind bei Tiefsttemperaturen weit unter dem Gefrierpunkt üppige Skipisten garantiert.

Wenn im Frühling die Tage wieder länger werden, erwachen die Wälder aus ihrem Winterschlaf und laden zu ausgiebigen Spaziergängen ein. Die Seen tauen langsam auf und enthüllen den Anglern Tag für Tag ein wenig mehr ihrer Fülle an schmackhaftem Fisch. Viele Ferienhäuser liegen direkt am See und so lässt sich nach einer ausgiebigen Angeltour zurückgelehnt auf dem eigenen Steg vorm Ferienhaus Finnland von seiner sonnigen Seite genießen.

Reiseziele FinnlandWenig später im Jahr wird die Landschaft in das eigentümliche Licht der Mitternachtssonne getaucht. Die finnische Autorin Liisa Hyttynen beschrieb den Mittsommer als Zeit, in der „der Tag später schlafen geht als du.“ Die Grenze zwischen den Wochentagen scheint sich aufzulösen und in nördlichen Regionen Finnlands wird die Sonne zwei Monate nicht eine Minute untergehen. Die Temperaturen erreichen im Süden regelmäßig über 20 Grad und überschreiten mancherorts sogar die 30-Grad-Marke. Vor den weitläufigen Sandstränden der Westküste Finnlands wird rund um die Uhr gesurft, an Lagerfeuern direkt am Wasser sitzen die Menschen in großen Gruppen zusammen.

Der Herbst in Finnland ist ähnlich wie der Frühling relativ kurz. Die Durchschnittstemperatur sinkt unter die 5-Grad-Grenze und im Norden fällt ab Mitte September der erste Schnee.Ruska nennen Finnen die Verfärbung der Bäume und Böden zu dieser Jahreszeit – sattes Grün wird abgelöst von tiefem Rot und sanften Gelbtönen. Die Landschaften wirken noch verlassener und man bereitet sich auf den herannahenden Winter vor.

Doch egal zu welcher Jahreszeit man Finnland besucht, verzaubert von der Schönheit des Landes ist man allemal. Bertolt Brecht beschrieb es einst sehr treffend: „Es ist verständlich, dass die Leute hierzulande ihre Landschaft lieben. Sie ist so sehr reich und zeigt Großes gemischt.“

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Titelbild Quelle: Ari-Pekka Darth, visitfinland.com