Bergen – Stadt hinter den sieben Bergen

UNESCO-Weltkulturerbe, europäische Kulturhauptstadt 2000, wichtigste Studentenstadt Norwegens: Bergen lockt mit Kunst, Design und Musik, dem „Deutschen Kai“ und den besten Restaurants des Landes. Da macht das bisschen Regen auch nichts mehr aus…

Charlotte Hagen kann sich nicht über fehlendes Geschäft beklagen. Ihr kleiner Laden in Hollendergaten, in dessen Schaufenster gelbe Lettern das Wort „Paraply-Reparatøren“ formen, hat sich auf die Reparatur von Regenschirmen und anderer wasserdichter Bekleidung spezialisiert. Das Traditionsgeschäft überlebt dank einer geografischen Besonderheit Bergens: Sieben Felsen rahmen die Stadt ein und stoppen jede Regenwolke, die übers Meer auf die norwegische Küste zusteuert. Das bedeutet, dass dicke Wolken an durchschnittlich 235 Tagen im Jahr den Himmel verdunkeln. Das macht Bergen zur regenreichsten Stadt Europas und den Laden von Charlotte Hagen unersetzlich.

Bergen erleben

Wer meint, das traditionsreiche Bergen wäre wegen seines bekanntesten Stadtsohns, dem klassischen Komponisten Edvard Grieg, und dem größten Kulturevent Norwegens, dem „Bergen International Festival“, nur etwas für Feingeister, der irrt. Mehr als jeder zehnte Einwohner ist Student, was Bergen zur jüngsten Stadt Norwegens macht und zu einer der größten Studentenstadt Skandinaviens. Die örtliche Kunstszene braucht den Vergleich mit London und Amsterdam nicht zu scheuen. Und auch die Musikbranche floriert nicht erst, seit die Elektropop-Band Røyksopp, die bei einem Label aus Bergen unter Vertrag ist, einen MTV-Musicaward gewonnen hat.

In Bergen gedeiht alles, was ausgefallen ist, vielleicht gerade weil es durch die Berge seit jeher vom Rest Norwegens abgeschirmt war und stattdessen durch die Kultur der Seefahrer beeinflusst wurde. Reiselustige sind hier immer willkommen, wie auch die eigenwillige Regenschirmreparatur zeigt: die repariert nämlich auch Koffer.

Hier ein paar Tipps für Ihren Besuch in Bergen:

 

Etwa die Hälfte der Einwohner auf der gleichen Fläche – das beschreibt Bergen im Vergleich zur Hauptstadt Oslo. Die zweitgrößte Stadt Norwegens gehört zur Provinz Hordaland, war einst eine Residenz des Königshauses und ist bis heute ein wichtiger Seehafen.

  • Fläche total: 465 km²
  • Einwohner 2012: Gebiet 391.100, Stadt 265.900 (Norwegen ca. 5,0 Mio.)
  • Wichtigste Wirtschaftszweige: Erdölförderung, Schiffsbau und Fischkulturen
  • Sieben Fjorde und sieben Berge

Nach Angaben in den Königssagas wurde Bergen 1070 von König Olav Kyrre unter dem Namen Björgvin, zu deutsch Bergwiese gegründet. 1360 eröffnen Lübecker Kaufleute den Hansekontor und so entwickelte sich Bergen bis 1880 zum wichtigsten Handelszentrum, Norwegens erster Hauptstadt und zur Residenz des Königs.

In der Geschichte wurde Bergen immer wieder von Bränden heimgesucht, die wegen der traditionellen Holz-Architektur kaum eingedämmt werden konnten. Auch Bombardements im Zweiten Weltkrieg fügten der jahrhundertelang gewachsenen Stadt große Schäden zu. Viele Gebäude wurden nach alten Plänen wieder aufgebaut oder restauriert, sodass neben modernen Bauten auch die alten Konstruktionen das Stadtbild prägen.

Dank des Golfstroms, der warmes Wasser vom Äquator aus in die nördlichen Breiten pumpt, ist Bergen die wärmste Stadt in Norwegen. Sie ist auch die regenreichste Stadt. Weil das Wetter schnell umschlägt, wechseln Sonne und Wolken ständig. Die Winter sind sehr mild, es fallen kaum mehr als zehn Zentimeter Schnee.

„Auch an Regentagen scheint häufig die Sonne. Das Wetter ist hier eben sehr wechselhaft“, Linn aus dem Tourismusbüro Bergen findet die Sorge ums Wetter unbegründet. Besucher brauchen sich nicht in ihrem Ferienhaus in Norwegen verstecken. Sie können ganz entspannt die kulturelle Vielfalt der Stadt ausnutzen, denn davon hat Bergen, das 2000 europäische Kulturhauptstadt war, einiges zu bieten.

Für jedes Wetter und Gemüt das richtige Programm

Das Herz der Hansestadt bilden 280 weiße, gelbe, rote und braune Holzhäuser mit spitzen Giebeln, die sich auf der Ostseite der Bucht Vågen ans Wasser drängen. „Tyskebryggen“ ist der Name dieses Viertels, was „Deutscher Kai“ bedeutet. Im Jahr 1334 richtete sich Lübeck hier eine Handelsniederlassung ein, heute finden Besucher im Unesco-Weltkulturerbe viele der besten Restaurants und Pubs von Bergen. Norwegens zweitgrößte Stadt hat schließlich seinen Ruf als weltoffener und freundlicher Gastgeber zu verteidigen, den sie seit ihrer hanseatischen Hochzeit trägt.


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Wer meint, das traditionsreiche Bergen wäre wegen seines bekanntesten Stadtsohns, dem klassischen Komponisten Edvard Grieg, und dem größten Kulturevent Norwegens, dem „Bergen International Festival“, nur etwas für Feingeister, der irrt. Mehr als jeder zehnte Einwohner ist Student, was Bergen zur jüngsten Stadt Norwegens macht und zu einer der größten Studentenstadt Skandinaviens. Die örtliche Kunstszene braucht den Vergleich mit London und Amsterdam nicht zu scheuen. Und auch die Musikbranche floriert nicht erst, seit die Elektropop-Band Røyksopp, die bei einem Label aus Bergen unter Vertrag ist, einen MTV-Musicaward gewonnen hat.

In Bergen gedeiht alles, was ausgefallen ist, vielleicht gerade weil es durch die Berge seit jeher vom Rest Norwegens abgeschirmt war und stattdessen durch die Kultur der Seefahrer beeinflusst wurde. Reiselustige sind hier immer willkommen, wie auch die eigenwillige Regenschirmreparatur zeigt: die repariert nämlich auch Koffer.

Hier ein paar Tipps für Ihren Besuch in Bergen:

 

Mit der Bergen-Card, die unter anderem im Touristenbüro erhältlich ist, nutzen Touristen den öffentlichen Nahverkehr innerhalb Bergens kostenlos und erhalten Rabatt oder freien Eintritt zu vielen Museen und Attraktionen, Restaurants und Parkplätzen.

Ob Klassik, Elektro oder Jazz, Theater, Museen und Performance-Kunst – in Bergen finden das ganze Jahr über zahlreiche Konzerte und Veranstaltungen für jeden Geschmack statt. Eine Übersicht aller aktuellen Termine bietet die Seite visitbergen.com. Wer losgelöst von Terminen mehr über die kulturellen Einrichtungen erfahren will, wird auf der Seite der Stadt Bergen fündig.

„Hurtigruten“ ist die norwegische Gesellschaft der Postschiffe, die bis heute die Küstenlinie Norwegens zwischen Bergen und Krikenes abfahren. Dabei nehmen sie Post, Fracht aber auch Passagiere mit auf die Reise.

Neben den Shoppingcentern Kløverhuset, Bergen Storsenter und Galleriet und gibt es in Bergen viele kleine Läden für Kleidung, Schmuck und Souvenirs. Auch einige Factory-Outlets hat Bergen im Angebot, wie für Kaviar, Kaffee und Bier.

 

Bryggen, Hanseatisches Museum und Fischmarkt

Im Norwegen Urlaub durch Geschäfte Bummeln und Shoppen

Shopping in Bergen

Wer nicht am alten Kai Bryggen war, der hat Bergen nicht besucht: Die traditionellen Holzhäuser der erste Siedlung sind im Lauf der Geschichte einige Male abgebrannt. Stets wurden sie aber wieder nach den Originalplänen aufgebaut und gehören heute zum Weltkulturerbe der Unesco. Durch die schmalen Gässchen zu wandern, offenbart dem Besucher
traditionelle Architektur, aber auch eine Vielzahl von Geschäften, Kunststuben, Werkstätten und Restaurants. Eines der ältesten und am besten erhaltenen Häuser beherbergt das Hanseatische Museum. Ausgestattet wie im 18. Jahrhundert gibt es einen Einblick in das Leben eines hanseatischen Kaufmanns.

Der Fischmarkt „Fisketorget” bietet täglich fangfrische Ware, Souvenirs und für alle, die es lieber süß mögen: Skillingsboller, ein typisches Hefebäck der Region mit Zimt und Zucker.

Aquarium in Nordnes

Seit 1960 hat Bergen ein Aquarium auf der Halbinsel Nordnes, das mittlerweile eines der modernsten Einrichtungen Europas ist. In über siebzig großen und kleinen Aquarien tummeln sich die Bewohner der norwegischen Küste, im Tropenbereich sogar Exoten wie Krokodile, Schlangen, Schildkröten und Seidenäffchen.
 Mehrmals am Tag gibt es Aktionen, dreimal täglich zeigen die Seehunde, was sie können.

Kunstmuseen am Stadtsee Lille Lundgårdsvannen

Am Stadtsee im Zentrum reiht sich ein Kunstmuseum ans andere. Das Bergen Art Museum besteht aus drei separaten Gebäuden und zeigt Werke norwegischer und internationaler Künstler wie Picasso, Klee, Munch und Dahl aus dem 15. Jahrhundert bis hin zur Moderne. Die Bergen Kunsthall präsentiert die neuesten Trends der Szene.

Im Permanenten Vestlandske Kunstindustrimuseum kann und soll man über Geschmack streiten. Die Sammlung präsentiert laufend Ausstellungen moderner dekorativer Kunst, inszeniert werden die Werke in überraschendem Kontext.

Aussichtspunkte Ulriken & Fløyen

Die Bahn zum Fløyen

Die Bahn zum Fløyen

Der 643 Meter hohe Ulriken ist der höchste Aussichtspunkt der Stadt. Hinauf geht es kräftesparend mit der Seilbahn von der Talstation aus, die südöstlich des Zentrums liegt. Den Weg hinunter kann jeder bewältigen, wie er es am liebsten hat: wandernd, kletternd oder schwebend mit dem Gleitschirm. Wer die Aussicht lieber länger bewundern will, sollte im Restaurant sky:scraper einkehren. Der Blick über die ganze Stadt und angrenzende Fjorde, Berge und das Meer ist unvergesslich. Der Fløyen ist gewissermaßen der kleine Bruder des Ulriken. Hier führt eine Standseilbahn zum Gipfel, der 320 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Die Fahrt dauert nur acht Minuten.

Edvard Grieg Museum in Troldhaugen

Der klassische Komponist Edvard Grieg ist der bedeutendste Sohn von Bergen. Ihm zu Ehren finden sich in Troldhaugen, wo Grieg zwischen 1885 und 1907 jeden Sommer gelebt und gearbeitet hat – etwa acht Kilometer von Bergen entfernt – zahlreiche Sehenswürdigkeiten.

Neben dem Grieg Museum, der Arbeitsstätte des Komponisten und seinem Grab können Besucher auch seine Villa besichtigen. Gebäude und Interieur sind ungewöhnlich gut erhalten und beherbergen Griegs Steinway-Konzertflügel, der heute nur noch zu besonderen Anlässen, wie dem Bergen International Festival, in Gebrauch ist. In der Konzerthalle Troldsalen finden vor allem im Sommer und Herbst viele Konzerte und Veranstaltungen statt.


Ferienhäuser in Bergen

Quelle Titelbild: lipalu-ferienhaus.de