Skifahren in Schweden – Winterwunderland mit Schneegarantie

In Schweden ist Skifahren einfach Volkssport. Auch Snowboard und Schlitten fahren ist sehr beliebt. Wer glaubt, dass die Schweden mangels geeigneter Berge nur horizontal Ski laufen, irrt gewaltig.

Bereits vor 4.500 Jahren sind Schweden auf Brettern durchs verschneite Gelände gesaust, wie der „Ski von Hoting“ beweist. Konserviert in einem Moor unweit des DörfchensJämtland Län hat das 110 Zentimeter lange und 10 Zentimeter dicke Holzbrett die Jahrtausende gut überstanden. Bei den Schneemengen, die jeden Winter in Schweden fallen, verwundert es nicht, dass die Schweden früh eine Lösung ersonnen haben, um nicht mühevoll zu Fuß ihren Weg durch die Schneemassen erkämpfen zu müssen.

Für jeden Fahrer die passende Piste

Skifahren SchwedenDie Liebe zum Wintersport liegt den Schweden wohl im Blut. Jahr für Jahr zieht es sie zur Winterzeit aus den Großstädten – heraus auf das dick verschneite Land, um die Pisten unsicher zu machen. Auch für ausländische Urlauber werden Ferienhäuser in den Skiegebieten von Schweden immer beliebter. Zwar kann das schwedische Fjäll den Vergleich mit den Alpen nicht aufnehmen – der größte Höhenunterschied, der in einem schwedischen Skigebiet überwunden werden kann, beträgt 890 Meter, im Gegensatz zu über 2.000 Metern in den Schweizer Alpen. Allerdings haben auch Schwedens Wintersportorte blaue, rote und selbst schwarze Pisten zu bieten. 2007 fand bereits die zweite alpine Weltmeisterschaft am 1.420 Meter hohen Åreskutan statt. Die nationalen Pisten können sich also durchaus mit der Ski-Weltklasse messen. Wintersportgebiete gibt es in ganz Schweden, bis hinab in den südlichsten Zipfel, nur 120 Kilometer von Mälmo entfernt. Die Schneesicherheit ist im Vergleich zu Deutschland hoch. Als Faustregel gilt: Je nördlicher oder westlicher ein Ort liegt, desto mehr Schnee gibt es. Grund ist das arktische Klima und die Barriere des Fjälls, das allzu milde Luftmassen abgrenzt, die der Golfstrom bis vor Norwegens Küste fördert. Anfang Dezember liegt in den meisten Wintersportorten genug Schnee, um die Saison zu eröffnen. Das beste Wetter für eine Reise zum Skifahren nach Schweden herrscht von Februar bis in den April hinein.

 

Skigebiete und Angebote

Rund 80 schwedische Skigebiete stellt die unabhängige Seite skiinfo.de auf Deutsch vor, zu jedem Ort gibt es Informationen über dessen Lage und eine Kurzbeschreibung.
www.skiinfo.de

Alles über das Ski-Angebot, Anreise und Skischulen der Gemeinden Åre und Sälen sowie zwei weitere schwedischen Skiorte finden Sie hier (englischsprachige Website):
Åre und Sälen

Weitere Informationen auf Englisch zu den nördlichen Skigemeinden Hemevan und Tärnaby sowie zu Skiausflügen mit dem Helikopter:
Hemevan und Tärnaby

 

Anderes Licht und andere Sitten

Die langen Polarnächte muss im Skiurlaub niemand fürchten. Zwar wagt sich die Januarsonne in vielen Wintersportgebieten nur sechs Stunden lang hinter dem Horizont hervor. Die Schneemassen lassen die Landschaft allerdings viel heller erscheinen. Ein Großteil der Skiorte verfügt zudem über Flutlichtanlagen so dass auch nachmittags und abends einige Pisten befahrbar bleiben. Im April scheint die Sonne in Zentralschweden dann bis zu 16 Stunden am Tag – deutlich länger als in deutschen Skigebieten. Und in Riksgränsen, dem nördlichsten Skigebiet der Welt, ist häufig sogar Skifahren in der Mittsommernacht möglich.

Nicht nur die Lichtverhältnisse sind anders. Ausgeprägte Hüttengaudi beim Après Ski mit „Anton aus Tirol“ bleibt Urlaubern in Schweden erspart. Stattdessen laden Sauna, Spa und Restaurant dazu ein, den Tag in der Winterwelt entspannt ausklingen zu lassen. Im Feuerschein vor dem eigenen offenen Kamin in einem Ferienhaus in Schweden fällt es besonders leicht, sich vom kalten Tag zu erholen.

Urlaubsangebote für Kinder und Skimuffel

Skifahren SchwedenWie in ganz Schweden sind Kinder auch in den Skigebieten herzlich willkommen. Einige Orte wie Branäs, Idrefjäll oder Sälen sind speziell auf die Bedürfnisse von Kindern und jungen Familien zugeschnitten und bieten den Kleinen Schneeparks, Spielbereiche und Unterhaltungsangebote. Die Skischulen betreuen schon Kinder ab drei Jahren mit viel Freude und Fachverstand. Vielerorts dürfen Kinder unter acht Jahren die Lifte umsonst benutzen, sofern sie einen Helm tragen. Und falls die Kinder nach Abwechslung verlangen oder man selbst Lust auf eine neue Erfahrung hat, so gibt es in den schwedischen Winterlandschaften noch mehr zu erleben als Skifahren, Snowboarden oder Schlittenfahren: Ausflüge auf Schneescootern und Quads, mit Schneeschuhen, im Hundeschlitten oder auf dem Pferderücken bieten neue Perspektiven und viel Spaß.

Langlaufloipen gibt es zusätzlich zu den Pisten in den meisten Skigebieten. Und falls zugefrorene Seen oder Wasserläufe in der Nähe sind, sollten Urlauber unbedingt einmal die Fahrt auf Langlaufschlittschuhen ausprobieren. Das mühelose Gleiten auf geschliffenen Langkufen hat mit normalem Schlittschuhfahren kaum noch zu tun. Erfahrene Läufer legen am Tag mühelos bis zu 200 Kilometer zurück.

Schweden bietet also genug zu erleben, egal ob auf der Piste oder in der restlichen verschneiten Landschaft, im lauschigen Ferienhaus oder Schwedens zahlreichen Spas. Und nur zur Beruhigung: Die Skier in den Verleihstationen sind auf einem deutlich moderneren Stand, als der Ski von Hoting.

Wintersportgebiete

 

Wintersport SchwedenÅre in Jämtland liegt an der norwegischen Grenze und umschließt den 1.420 Meter hohen Berg Åreskutan. Sechs Skistationen mit mehr als 40 Liftanlagen machen es zum beliebtesten Skiort Schwedens. Die Skistation Storlien gehört seit dem 19. Jahrhundert in die Urlaubsplanung der Königsfamilie und der Ort Åre richtete bereits zwei Mal (1954 und 2007) die Alpine Skiweltmeisterschaft aus und verfügt über entsprechend anspruchsvolle Abfahrten. Rund 110 Pisten aller Schwierigkeitsgrade führen über bis zu 890 Höhenmetern. Die örtliche Ski- uns Snowboardschule hat einen exzellenten Ruf und bietet unter dem Namen “Totalskidskolan” auch Kurse für körperlich behinderte Fahrer an.

Wer seine Bretter sicher beherrscht und anspruchsvolle Pisten sucht, wird im Norden Schwedens fündig. In der ehemaligen Provinz Lappland liegen die beiden benachbarten Skigebiete Hemavan und Tärnaby, die gemeinsam 14 Skilifte und 50 Abfahrten bieten. Abseits der präparierten Pisten hat die zuverlässig verschneite Landschaft noch mehr Abenteuer zu bieten. Schwedens beste Skifahrerinnen stammen nicht ohne Grund aus diesem Gebiet: Anja Pärson, geboren in Tarnäby, ist die bisher einzige Skifahrerin die Weltmeisterin in allen Disziplinen geworden ist. Und Ingemar Stenmark, die „lebende Legende aus Tärnaby“, gewann 86 Mal den World Cup und ist damit bis heute die weltweit erfolgreichste Skiläuferin.

Wintersport SchwedenRiksgränsen, das nördlichste Skigebiet der Welt, erscheint mit nur 15 Abfahrten eher klein. Per Helikopter erreichen versierte Skifahrer und Snowboarder allerdings ein Gebiet von 60.000 Quadratkilometer (Schweiz: 41.000 Quadratkilometer), rund um Schwedens höchsten Berg Kebnekaise, der 2.123 Meter misst. Abfahrten über 1.500 Höhenmeter finden sich sonst in keiner anderen schwedischen Skigemeinde, allerdings sollte man mit Schluchten, Kanälen und Schneeüberhängen umzugehen wissen. Einige der weltbesten Snowboarder treffen sich hier Jahr für Jahr. Ein einzigartiges Erlebnis bietet Riksgränsen, dessen Skisaison wegen des langen arktischen Winters erst im Februar beginnt, alljährlich Ende Juni: Denn auch im Schein der Mitternachtssonne sind einige verschneiten Pisten geöffnet.

Der Ort Sälen, der aus sechs Skigebieten besteht, ist besonders auf die Bedürfnisse von jungen Familien zugeschnitten. Neben 96 Skiliften und 115 Abfahrten, von denen knapp die Hälfte für Skianfänger geeignet ist, gibt es dort Europas größte Skipiste für Kinder. Die Skilehrer sind speziell dafür ausgebildet, Kinder in den Wintersport einzuführen. Zehn Wintererlebnisparks laden die Jüngsten ein, ihre Welten auf Skibrettern zu erkunden. Dort treffen Kinder auf Trolle, Geister und Märchenfiguren und gewinnen so mühelos an Sicherheit. Und für den Riesenhunger nach dem Toben im Schnee sind Waffelstationen nie weit.


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Titelbild Quelle: Tuukka Ervasti/imagebank.sweden.se