Göteborg – Zu schade zum Durchfahren

Auf dem Weg in sein Ferienhaus sollte man den Fährort auf der Durchreise nicht einfach links liegen lassen. Die zweitgrößte Stadt des Landes hat an allen Ecken Sehenswertes zu bieten.
Ein 86 Meter hoher Lippenstift mit Aussicht, ein Fischmarkt in der Kirche? Klingt verrückt, ist es aber nicht. Die Göteborger pflegten eben einen besonderen Humor, heißt es in Schweden. Die wechselhafte Geschichte der maritimen Metropole sei schuld.

Niederländische Siedler brachten schon früh die bekannten Grachten, bevor die Region am Fluss Göta Älv im 17. Jahrhundert zu einer befestigten Stadt wurde. Deutsche, englische und schottische Einwanderer machten Göteborg kosmopolitischer, die Stadt entwickelte sich zum Schiffbau- und Handelszentrum. Auch wenn die Werften heute zumeist verschwunden sind, bleibt die Stadt ein wichtiges Handelszentrum – und Sitz des Autobauers Volvo.

Der Ehrgeiz der ewigen Zweiten

Dass immer Einwanderer aus aller Herren Länder und Urlauber der umliegenden Ferienhäuser in der Stadt seien, halte die Bewohner jung und flexibel, heißt es. Das einzige, was ein Göteborger nicht lustig findet: Scherze darüber, dass seine Heimat immer die Zweite bleibt, Stockholm also nicht den Rang ablaufen kann.

Aber von vorn: „Lippenstift“ ist der Spitzname des Bürogebäudes „Utkiken“, 1989 im Hafengebiet Lilla Bommen erbaut. Das markante rot-weiße See- und Schifffahrtsamt liegt direkt neben der besonderen Oper der Stadt und bietet von der gläsernen Aussichtsplattform einen tollen Blick auf die Stadt, den Hafen und seine Werften. „Utkiken“ eben. Aber Vorsicht! Die Information, dass man in der gläsernen Kuppel einen Kaffee trinken kann – so liest es sich in vielen Reiseführern – stimmt nicht mehr. Alle halbe Stunde begleitetet eine Hostess Besucher zum Aufzug, drückt auf ein Knöpfchen, um die Gäste nach oben zu befördern. Im höchsten Stock ist dann Gucken und Staunen angesagt.

Von der Oper zum Shopping

UtkikenDirekt zu Füßen des „Lippenstifts“ liegt der alte Viermastschoner Viking, heute ein Hotel – und Gastronomieschiff. Zusammen mit dem futuristischen Bürogebäude bildet der alte Kahn einen schönen Kontrast – eine Perspektive vieler Postkarten der Stadt. Im Hafen Lilla Boomen lässt es sich wunderbar essen, der Blick auf die futuristische Operist ebenfalls empfehlenswert. Ach ja, direkt hinter dem Musikhaus befindet sich das Maritime Museum, das größte schwimmende Museum in Schweden.

Wer den Hafen verlässt, landet über die Östre Hamng direkt auf der der Kungsportsavenyn, die beliebteste Flaniermeile der Stadt mit vielen tollen Geschäften. Am Ende liegt der Göta-Platz, den der von Carl Milles geschaffene Brunnen ziert. Von hier ist es nur ein Katzensprung zur Konzerthalle und zum Kunstmuseum, von dessen Terrasse sich ebenfalls ein toller Blick über die Stadt bietet.

Die Fischkirche

Tja, und dann gibt es in Göteborg natürlich noch den Liseberg, ein Vergnügungspark der aufregende Achterbahnen mit bestaunenswerten Grünanlagen kombiniert.

Bevor wir es aber vergessen: Der Fischmarkt in der Kirche – den gibt es wirklich. „Feskekörka“ heißt das auf Schwedisch. Warum die Göteborger ihren Fischmarkt Fischkirche tauften, versteht man spätestens, wenn man die große Halle betritt: Der Bauher, Victor von Gegerfeldt, ließ sich von gotischen Kirchen inspirieren, als er 1874 die Halle entwarf. Heute gibt es hier nicht nur fangfrische Fische, sondern auch einige kleine Restaurants. Spätestens jetzt möchte jeder Gast Göteborgs eine Pause machen. Dies sei erlaubt, Stadt-Spaziergänge sind schließlich anstrengend!

 

Für alle, die in Göteborg viele Museen und andere sehenswerte Institutionen sehen möchten, lohnt sich der Kauf der Göteborg-City-Card. Das Ticket gibt es für ein, zwei oder drei Tage und es bietet freien Eintritt in eine Vielzahl von Museen und Attraktionen – und freies Fahren mit der Bahn. Erhältlich in den Touristen-Informationsstellen. Man sollte allerdings abwägen, ob man nicht doch eher der Typ Urlauber ist, der durch die Stadt bummelt und nur in einige wenige Sehenswürdigkeiten hineingeht. Denn dann ist es vielleicht sinnvoller, den einen Eintritt einzeln zu bezahlen. In jedem Fall erhalten Sie auf dieser Seite mehr Informationen zum Angebot der Göteborg-City-Card:

 

Shoppen in Göteborg

Photo: Beatrice Törnros/Mediabank Göteborg & Co.In Göteborg kann man sehr gut shoppen. Vor allem das Zentrum ist wie in vielen Städten ein Dreh- und Angelpunkt, wenn es um Shopping geht. Hier entdecken Sie neben Modegeschäften und Cafés eigentlich alles, was das Herz begehrt. In Stadtteilen abseits des Zentrums finden sich dann im Gegensatz besonders liebevolle Einkaufssträßchen.

Magasinsgatan ist so ein Stadtviertel, ebenso Kungsportsavenyn und Haga. Hier kann man ganz wunderbar durch die Straßen bummeln und schauen, welches einzigartige, schwedische Fundstück man mit nach Hause nimmt.

Die besten Stadtteile zum Einkaufen

 

Haga

Haga ist einer der ältesten Stadtteile Göteborgs. Gut erhaltene Holzhäuser säumen die Hauptflaniermeile Haga Nygata. Das Angebot an kleinen Läden mit persönlichen Produkten ist groß, es gibt Mode und Design, Krimskrams und Kunst, und dazu kleine Cafés, die keiner Kette angehören. Eben echtes Göteborger Leben. Der Kontrast von alt und neu bestimmt den Charme des Stadtteils Haga.

Magasinsgatan

Die Straßen von Magasinsgatan sind das perfekte Shoppingziel. Hier können Sie nach einem gemütlichen Einkaufsbummel durch die trendigen Shops ebenso wunderbar einen Kaffee trinken oder in einem der hübschen Restaurants essen. Und zu später Stunde kann man in Magasinsgatan auch wunderbar etwas Trinken gehen.

Kungsportsavenyn

Der Stadtteil Kungsportsavenyn hat einen Spitznamen: Avenyn. Das hat etwas Liebevolles, finden wir. Avenyn reicht von der Kungsportsbronbrücke am Kanal bis zum Götaplatsen und den Kultureinrichtungen ringsum. Zum Shoppen eignet sich in Kungsportsavenyn vor allem die Hauptstraße, denn sie ist eine richtige Einkaufsstraße. Hier findet ein reges Leben statt, es gibt viele Läden, Mode, Design und vieles mehr.

Infos zu allen drei Stadtteilen und die Läden, die Sie dort im Detail vorfinden können, gibt es auf dieser Seite zum Thema Shoppen in Göteborg. Dort können Sie auswählen, was Sie interessiert und Sie bekommen die entsprechenden Angebote angezeigt.

Midsommar in Göteborg

Auch in Göteborg feiert man leidenschaftlich gern das Mittsommerfest. Wer zu dieser Zeit in Schweden Urlaub macht, sollte sich unbedingt an den Festlichkeiten beteiligen. Wo kann man am besten in Göteborg Midsommar feiern? Na, hier:

Wo kann man in Schweden gut Midsommar feiern?

Midsommarfest in Göteborg

  • Im Park Slottsskogen: Mitten in der Stadt. Es wird getanzt, gesungen und gespielt. Bringen Sie eine Picknickdecke mit!
    Adresse: Slottsskogen, 41110 Göteborg
  • Im Park The Garden Society: Hier feiert man in der Tradition des 19. Jahrhunderts. Der Park bietet die perfekte Kulisse für das Midsommarfest.
    Adresse: Södra vägen, 41110 Göteborg
  • In Jonsered: Jonsered liegt etwas außerhalb von Göteborg. Hier findet ein regelrechtes Festival anlässlich der Sommersonnenwende statt, mit Speis und Trank, Musik und Tanz, Spiel und Spaß und allerlei Attraktionen.
    Adresse: William Gibsons väg, 433 76 Jonsered
  • Im Tjolöholm Schloss: Ein Spaß für die ganze Familie ist das Mittsommerfest auf dem Schloss. Es gibt allerlei Aktionen extra für Kinder.
    Adresse: Tjolöholm Slott, 43974 Fjärås
  • Im Nääs Schloss: Auch das Nääs Schloss hat ein ausführliches Programm an Midsommar zu bieten. Morgens früh ist jeder eingeladen, bei der Gestaltung des Maibaums zu helfen. Abends beginnen dann die Festlichkeiten. Nääs Slott 448 92 Floda
  • Im Archipel: Wer die Natur liebt, der sollte Midsommar im Archipel von Göteborg feiern. Styrsö Bratten und Öckerö laden zum Feiern außerhalb der Stadt ein.

Infos für Autofahrer

Seit Anfang 2015 werden leider auch Autofahrer aus dem Ausland zur Kasse gebeten für die Citymaut, die sogenannte Trängselskatt. Wer also montags bis freitags zwischen 6:00 und 18:29 Uhr in Göteborgs Innenstadt fahren möchte, passiert auf dem Weg eine der vielen Kontrollstationen. Dort wird Ihr Kennzeichen automatisch abfotografiert und gespeichert. Ende des Monats erhalten Sie dann per Post eine Rechnung mit allen Mautkosten, die Sie bezahlen müssen. Der Preis für die Maut variiert übrigens je nach Uhrzeit. An der Kontrollstation, der „Betalstation“ heißt, erfahren Sie, wie viel es aktuell kostet.

Es gibt aber auch Ausnahmen, wann die Maut nicht gilt. Und zwar an Feiertagen und den Werktagen vor den Feiertagen und sogar der gesamte Juli.
Mehr Infos zur Maut für Ausländer in Göteborg finden Sie – auch auf Deutsch – online: transportstyrelsen.se


Ferienhäuser in der Region Göteborg

Titelbild Quelle: Fredrik Broman/imagebank.sweden.se