Mittelschweden – Ab in die Mitte: Schweden von seiner grünen Seite

In der Mitte Schwedens ist alles ein bisschen üppiger als im Rest des Landes. Sogar das Blau des Wassers ist mancherorts so besonders, dass die Farbe eines Sees einen eigenen Namen bekommen hat.
Mittel_Karte_Schweden
„Die schwedische Flagge ist Blau und Gelb, aber eigentlich müsste sie Grün und Rot sein: Grün wegen der tiefen, grünen Nadelwälder und Rot wegen der kleinen roten Häuser, die sich an deren Ränder schmiegen.“ Der schwedische Nationaldichter August Strindberg ist Verfasser dieser Zeilen und selbst die Schweden befinden, dass diese Beschreibung auf keine der schwedischen Landschaften besser passt als auf Mittelschweden, das häufig als „schwedischste“ Landschaft bezeichnet wird.Woher das von Strindberg genannte Rot der kleinen Häuser kommt, ist schnell erklärt: In der Region Darlana liegt die große Kupfergrube von Falun, eine der UNESCO Weltkultur-Erbestätten in Schweden. Das Rot stammt ursprünglich von der mehr als 1000 Jahre alten Mine „Großer Kupferberg“ in der Nähe von Falun. Die Eisenpigmente aus der Grube wurden zur Herstellung des berühmten Falunrots verwendet, eine Farbe, die für viele ausländischen Besuchern untrennbar mit Schweden verbunden ist.

Typische Schwedisch: Feiern in Darlana

Dala Pferd

Foto: Louise Billgert, imagebank.sweden.se

Die Stadt Falun, aus der übrigens die bunt bemalten Dala-Pferde kommen, war zudem die Heimat des schwedischen Künstlers Carl Larsson, dessen Heim heute für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Darlana ist aber vor allem wegen seiner fantastischen Landschaft und seinen lebendigen Traditionen, Feste und seinem Kunsthandwerk bekannt. In Darlana sind alte Bräuche noch ein fester Bestandteil des alltäglichen Lebens. Die traditionellen Mittsommerfeiern mit Volksmusik, Umzügen und Tanz um den Maibaum, einem der berühmtesten Symbole Schwedens, können im Gegensatz zum Rest von Schweden nicht nur im Juni, sondern auch im gesamten Juli bestaunt werden. Viele von Dalarnas interessantesten Städten, Dörfern, Sehenswürdigkeiten und Reisezielen liegen in der Nähe des Siljan-Sees, der für seine einzigartige blaue Farbe berühmt ist. Sie ist so besonders, dass die spezielle Nuance sogar eine eigene Bezeichnung hat: Siljanblau.

Direkt am Siljansee liegen die Städte Rättvik und Mora, in denen Gäste folkloristische Feiern etwa zu Mittsommer erleben können. Beliebt ist auch eine Fahrt auf den Langschiffen, mit denen man im Sommer sonntags über den Siljan-See zur Kirche rudert.

Der Nordwesten von Dalarna überrascht mit großen Gebieten ungezähmter Natur und tiefen Wäldern, in denen Großwild wie Elche, Bären, Wölfe, Vielfraße und Luchse leben. Fantastische Landschaften und zahllose Möglichkeiten für Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Ski und Snowboard fahren, Mountainbiking, Kanu fahren, Rafting und erstklassige Angelmöglichkeiten nach Lachs und Forelle warten auf die Urlauber.

Auch Wintersportler kommen auf ihre Kosten: Die bekannten Skigebiete Idre und Sälen bilden zusammen Schwedens größtes Wintersportgebiet, das bequem zu erreichen ist und für sein enormes Angebot an Skisportmöglichkeiten, Veranstaltungen und Attraktionen bekannt ist.

Ach ja – in Mittelschweden liegt natürlich auch die Hauptstadt des Landes: Stockholm, die im kulturellem und politischem Leben Schwedens eine zentrale Rolle spielt. Sie erstreckt sich über 14 Inseln, von denen jede eine ganz eigene Facette der Stadt zeigt, und deren fantastische Einkaufsmöglichkeiten, hervorragende Restaurants und die unterschiedlichsten Angebote und Sehenswürdigkeiten keine Langeweile aufkommen lassen.

Von der Hauptstadt direkt in die wunderbare Inselwelt des Schärengartens

Stockholm

Foto: Nicho Södling, www.imagebank.sweden.se

Von Stockholm ist es nur noch einen Katzensprung in den Schärengarten, der sich entlang Mittelschwedens Ostküste mit Tausenden von Inseln, Schären und Holmen erstreckt. Vor allem im Sommer ist diese einzigartige Inselwelt – die meisten Inseln sind unbewohnt und für jedermann zugänglich, der sie mit dem Boot erreichen kann – ein Eldorado für Segler und andere Wasserurlauber. Die zahlreichen, idyllischen Buchten und Felsen, an denen Sie über Nacht ankern können, laden während dem Urlaub in Schweden zum Baden, Sonnen und Picknick machen ein – vorausgesetzt, der bisweilen unberechenbare nordische Sommer spielt mit. An der Küste entlang und draußen auf den Inseln gibt es zahllose, kleine Städtchen und alte Fischerhäfen, in denen vor allem im Sommer zahlreiche Veranstaltungen stattfinden.

Wer kein Boot hat – auch kein Problem: Nehmen sie von den Küstenstädte wie Öregrund, Grisslehamn, Östhammar, Kapellskär, Norrtälje, Vaxholm, Dalarö und Nynäshamn – oder natürlich auch von Stockholms aus die Fähre. Denn, da stimmen alle Schweden überein: Ein Ausflug in die Schären, im Juni, Juli oder Anfang August, wenn die Tage lang und die Nächte kurz sind, ist ein unvergessliches Erlebnis, das jedem Menschen mindestens einmal im Leben vergönnt sein sollte.

 

Mit über 24.000 Inseln gilt der Stockholmer Schärengärten als einer der schönsten der Welt. Zu besuchen ist er per Boot oder Dampfer – eine 16 Tage gültige Karte, die „Båtluffar­kortet“, kostet 420 SEK, erhältlich ist sie bei der Touristeninformation am Sergels Torg.

Schon vor rund 1000 Jahren wurde am Kopparberg eine Kupfermine entdeckt, der die Provinzhauptstadt Falun in Darlana ihre Entstehung verdankt. Die Kupfergrube von Falun ist die älteste Industrie­anlage Schwedens. Im 17. Jahrhundert wurden hier zwei Drittel der Kupferweltproduktion gefördert. Die Stora Stöten (»Große Grube«) ist 100 Meter tief. Daneben befindet sich das Kopparberg-Museum mit Exponaten zur Geschichte des Kupferbergbaus.


Ferienhäuser in Mittelschweden

Titelbild Quelle: Foto: Bo Lind, www.imagebank.sweden.se