Stockholm – Lachse fischen per königlichem Erlass: Stockholm, das Venedig des Nordens

Stockholm ist die heimliche Hauptstadt Skandinaviens. Beim Inselhopping treffen Urlauber auf königlichen Glanz, überraschend viel Natur und herzlich-offene Schweden.
Wenn eine Stockholmer Brücke nach Bau oder Renovierung eingeweiht werden muss, wird diese Ehre meist der Kronprinzessin Victoria von Schweden zuteil. Dann darf sie den letzten Pflasterstein setzen, ein Band durchschneiden und dabei freundlich lächeln. Bei 53 Brücken in einer Stadt gibt es immer etwas auszubessern, und so bleibt die Kronprinzessin stets beschäftigt. Die vielen Brücken sind nötig, um die 14 Inseln, über die sich Stockholm erstreckt, miteinander zu verbinden. Was viele nicht wissen: Ein Drittel der Stadtfläche besteht aus Wasser, etwa soviel wie in Venedig. Wer für seinen Urlaub in Schweden ein Ferienhaus nahe Stockholm mietet, dem bieten sich gleich zwei Urlaubsarten in einem: Städtetrip und Inselhopping. Ein Reise lohnt sich auf alle Fälle, denn wie schon der Schriftsteller Kurt Tucholsky in seiner Novelle „Schloss Gripsholm“ lapidar aber treffend ausdrückt: „Stockholm ist schön. Städte am Wasser sind immer schön.“

Wasser und Natur statt Großstadtdschungel

BootDie besondere Schönheit Stockholms erklärt sich natürlich nicht nur aus den zahlreichen Wasserwegen. Die Stadt verfügt über einen der größten und am besten erhaltenen mittelalterlichen Stadtkerne Europas. Zudem gibt es in Stockholm keine Schwerindustrie, die meisten Stockholmer arbeiten im Dienstleistungssektor. Das macht die Stadt zu einer der saubersten Metropolen der Welt. Sogar Lachse fühlen sich in den städtischen Gewässern wohl und dank königlichem Erlass dürfen sie von Jedermann herausgefischt werden. Die zahlreichen Parks tun ihr Übriges, um den Ruf der grünen Stadt zu rechtfertigen. In der Gemeinde Stockholm ist 1994 auch der erste Nationalstadtpark der Welt entstanden, der Ekoparken. Auf 27 Quadratkilometern, die den Palast Ulriksdal, Teile von Djurgården und die Insel Fjäderholmarna einschließen, hat die Natur jetzt Vorrang vor jeglichen Bauvorhaben.

Design: Mehr als Ikea und H&M

Neben seiner Natur ist auch Stockholms Kultur bemerkenswert. Seit jeher ist Schwedens bevölkerungsreichste Stadt auch ein Zentrum für Design. In den dreißiger Jahren war es das Ziel schwedischer Architektur und Designs, Schnörkel wegzunehmen, bis die simple Form und Funktion für sich wirkt. Diese Einfachheit machte das Design aus dem hohen Norden weltberühmt. Heute finden sich besonders in Södermalm zahlreiche Ateliers und kleine Läden, von Handwerkern und Künstlern geführt, die die Designtradition Stockholms fortführen.

Auch die alten Traditionen leben in Stockholm weiter, nicht zuletzt in der schwedischen Königsfamilie und den Sehenswürdigkeiten rund um die Royals. Wer während seines Aufenthaltes im Ferienhaus wirklich alle Attraktionen Stockholms erleben möchte, würde Wochen dafür benötigen – wäre am Ende zwar sehr erschöpft aber glücklich.

Hier ein paar Tipps für Ihren Besuch in Stockholm

 

Die Stockholm Card kostet Erwachsene für einen Tag rund 50 Euro, für drei Tage 85 Euro. Kinder zahlen knapp die Hälfte. Dafür sind viele Attraktionen kostenlos: Stadtrundfahrt per Boot, mehr als 80 Museen und Sehenswürdigkeiten sowie die Nutzung der Öffentlichen Verkehrsmittel.

Zum Einkaufen finden sich in Stockholm an jeder Straßenecke Gelegenheiten. Beliebt ist die Drottninggatan, eine moderne Einkaufsstraße. Ganz in der Nähe liegen auch das größte Kaufhaus „Åhléns City“ und das luxuriöseste Kaufhaus namens „Nordiska Kompaniet“, kurz NK. Wer Shoppingarkaden bevorzugt, ist in „Gallerian“ richtig: unter einem Dach sammeln sich knapp 60 Läden mir junger, günstiger Mode sowie zahlreiche Cafés.

 

Gamla Stan

AltstadtDie Altstadt „Gamla Stan“ auf der Stadtinsel („Stadsholmen“) ist ein Muss für jeden Stockholm-Besucher. Nicht nur das mittelalterliche Straßennetz mit engen Gassen und Kopfsteinpflaster hat seinen Reiz. Besonders die Vielzahl historischer Gebäude, allen voran das königliche Schloss, strahlen den Glanz der Jahrhunderte aus. Hier gibt es buchstäblich an jeder Ecke eine Sehenswürdigkeit. Zum Pflichtprogramm gehören neben dem Königspalast Schwedens ältestes Museum „Livrustkammaren“, das königliche Waffen, Kleidung und Wagen aus über fünf Jahrhunderten zeigt, und die 700 Jahre alte Kathedrale „Storkyrkan“, mit spätgotischem Inneren und verschiedenen Schätzen des historischen Kunsthandwerks. Ein Großteil der Altstadt ist autofrei.

Södermalm

Der Stadtteil war lange Zeit das Zuhause von Arbeiterfamilien und einfachen Leuten. Heute ist es beliebt bei jungen Designern und Künstler und hat sich mit seinen Restaurants, Cafés und Bars einen Ruf ähnlich dem Prenzlauer Berg in Berlin erarbeitet. Zwar ist die Architektur eher schmucklos, die Bewohner des Stadtteils sind dafür umso interessanter und man kommt leicht ins Gespräch, wenn am „Medborgarplatsen“ wieder eine Rockband unter freiem Himmel spielt, oder man in den zahlreichen Läden in „SoFo“ (südliches Flokungagatan) nach ausgefallenen Einzelstücken sucht.

Museen und Kultur

Nur wenige Städte können weltweit mit der Museumsdichte Stockholms mithalten. Um die 100 Einrichtungen gibt es, die sich den unterschiedlichsten Themen widmen. Zu den berühmtesten gehören das Vasa Museum, das ein komplettes Kriegsschiff ausstellt, das Freilichtmuseum Skansen, das rund 150 Gebäude verschiedenster schwedischer Epochen und Gebiete zeigt, und das königliche Schloss, das gleich vier Museen beherbergt. Stockholm bietet für eine gelungene Reise allerdings auch Museen über Kunst, Naturkunde, Wissenschaft, Weine und Tabak, Tanz, Musik Spielzeug, Kinderbuchautoren, Nobelpreisträger…

Natur erleben

Durch die vielen Wasserflächen und Parks ist Stockholm eine sehr grüne Metropole. Eine Führung durch den Nationalstadtpark ist entspannend und eine ganz andere Art des Sightseeings. Noch mehr Natur gibt es außerhalb der Stadtgrenzen im Schärengarten, der in etwa einer Stunde mit Auto, Zug oder Fähre zu erreichen ist. Rund 24.000 Inselchen, teils unbewohnt, warten darauf, erkundet zu werden. Entweder auf eigene Faust mit dem Segelboot oder per Rundfahrt mit dem Speedboot, „Skärgårdsracet“ also Schärenrennen genannt.

Infos für Autofahrer

Wenn Sie mit dem Auto nach Stockholm fahren, müssen Sie seit Anfang 2015 leider auch als Ausländer eine Maut bezahlen. Die Citymaut, die übrigens Trängselskatt heißt, soll die Zahl der Autos reduzieren, vor allem im Berufsverkehr. Wenn Sie also montags bis freitags zwischen 6:30 und 18:29 Uhr in die Innenstadt fahren und an einer Kontrollstation vorbeikommen, wird Ihr Kennzeichen automatisch gescannt. Am Ende des Monats bekommen Sie dann per Post eine Rechnung, in der diese Fahrten in die Innenstadt aufgeführt werden. Der Preis variiert; wie viel die Maut aktuell kostet, steht bei der Kontrollstation, die übrigens „Betalstation“ heißt – danach müssen Sie also als Autofahrer in Stockholm Ausschau halten.

Es gibt aber auch Ausnahmen, zu denen die Maut nicht gilt. Dazu gehört der gesamte Juli (juhu!), Feiertage und die Werktage vor den Feiertagen.
Mehr Infos zur Maut für Ausländer in Stockholm finden Sie – auch in deutscher Sprache – auf dieser Seite: transportstyrelsen.se


Ferienhäuser in Stockholm und Umgebung

Titelfoto Quelle: Jeppe Wikström, visitstockholm.com