Autofahren in Schweden

Diese Regel ist wohl die auffälligste: Wer auf Schwedens Straßen unterwegs ist, darf nicht vergessen, das Abblendlicht einzuschalten. Das ist Pflicht, auch tagsüber – was vielen ausländischen Gästen immer ein wenig seltsam vorkommt.

Vom 1. Dezember bis 31. März sind Winterreifen (M+S-Kennzeichnung, Profiltiefe mind. 3 mm) für Kfz bis 3,5 t zul. Gesamtgewicht Pflicht. Bei Gespannen muss auch der Anhänger mit Winterreifen ausgerüstet sein.

Ach ja: In Schweden besteht kein grundsätzliches Lkw-Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen!

Tempolimit

Innerorts liegt die Geschwindigkeitsbegrenzung bei auf 50 km/h begrenzt. Außerorts, auf Land- und Schnellstraßen liegt die Richtgeschwindigkeit bei 70 bis 90 km/h und auf Autobahnen bei 110 km/h.

Kein Alkohol am Steuer

Hier verstehen die Schweden keinen Spaß: erlaubt sind nur bis zu 0,2 Promille Blutalkohol am Steuer. Wird in einer Kontrolle auch nur eine kleinste Überschreitung festgestellt, drohen empfindliche Strafen. Neben einer Geldbuße (bis zu 1000 Euro) ist mit einem Fahrverbot für Schweden zu rechnen. Wer in dem Land wohnt, kann sogar mit Gefängnis von bis zu 6 Monaten bestraft werden.

Pannenhilfe

Polizei und Unfallhilfe/Notarzt: 112
Die meisten Telefonzellen haben einen roten SOS-Alarmknopf.

Tanken

Das Tankstellennetz ist in ganz Schweden mittlerweile sehr gut ausgebaut. Zu erwähnen ist, dass die Kraftstoffarten denen in Deutschland nicht ganz entsprechen. In Schweden gibt es Benzin mit 95 und 98 Oktan (teilweise auch noch 96 Oktan). Dies entspricht den Kraftstoffen Super bzw. SuperPlus in Deutschland.

Wie sind die TÜV-Bestimmungen in Schweden?

Sie möchten mit Ihrem eigenen Auto nach Schweden reisen, aber der TÜV läuft demnächst ab. Muss nun noch vor dem Urlaub die nächste Hauptuntersuchung stattfinden oder gibt es einen Toleranzzeitraum?

Tatsache ist: Die Bestimmungen rund um den TÜV und die Hauptuntersuchung werden national geregelt. Das bedeutet, dass es die Schweden nicht kümmert, wenn die Plakette ihrer Urlauber abgelaufen ist – damit haben sie nämlich nichts am Hut.

Die Bestimmungen des Heimatlandes gelten

Innerhalb der EU gibt es für die Hauptuntersuchung zwar einen Mindeststandard, an den sich jeder Mitgliedsstaat halten muss. Jedes Land kann darüber hinaus aber selbst entscheiden, ob es strengere Regelungen als diesen Mindeststandard anwendet. Entsprechend ist geregelt, dass die Länder die Prüfberichte der anderen zu akzeptieren haben (was kein Problem ist, weil sie ohnehin in der Regel gleich bzw. sehr ähnlich sind). Wenn also Schweden jedes Jahr eine Hauptuntersuchung verlangt, Deutschland aber nur alle zwei Jahre, dann hat Schweden die Plakette deutscher Urlauber anzuerkennen. Gleiches gilt für Urlauber aus der Österreich und eben alle anderen Mitgliedsstaaten der EU.

Welche Bestimmungen gelten in Deutschland?

Die Zuständigkeit liegt also wie gesagt in Ihrem Heimatland. Und hier gilt für Deutschland: Wer sein Auto zu spät zur fälligen Hauptuntersuchung bringt, muss ab 2 Monaten Verspätung 15 Euro Strafe zahlen. Ab 4 Monaten sind es 25 Euro und ab 8 Monaten bekommen Sie zusätzlich zu den 40 Euro Bußgeld 2 Punkte in Flensburg aufgebrummt. Geraten Sie durch Ihren Urlaub in eine solche Fristüberschreitung, sollten Sie möglichst vor Antritt der Reise mit dem Fahrzeug zum TÜV.

Welche Bestimmungen gelten in Österreich?

In Österreich gibt es eine viermonatige Toleranzfrist: Man kann also sowohl einen Monat vor Ablauf der letzten Plakette eine neue beantragen, oder eben vier Monate danach. Dies muss aber auch von Ihrer Kaskoversicherung abgesegnet sein. Im Zweifelsfall also lieber dort einmal nachhaken.

Bei einem Unfall wird es teuer

Noch eine wichtige Info: Sollten Sie mit abgelaufener Hauptuntersuchung einen Unfall bauen, könnten Sie Probleme mit Ihrer Unfall-Haftpflichtversicherung bekommen, weil Ihr Auto ja nicht mehr die StVZO, also die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung, erfüllt. Wir empfehlen also in jedem Fall, die TÜV-Fristen einzuhalten.


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Quelle Titelbild: Fredrik Broman/imagebank.sweden.se