Schweden kulinarisch

So mannigfaltig wie seine Landschaften, so vielfältig ist auch die Küche Schwedens. Neugierige Besucher erwartet in ihrem Urlaub eine aufregende Küche, geprägt von traditionellen Besonderheiten.

Eine für die Wintermonate gut gefüllte Speisekammer war in früheren Zeiten der ganze Stolz schwedischer Familien. Es galt, für die dunklen Wintermonate gerüstet zu sein und Lebensmittel für diese Zeit möglichst haltbar zu machen. Aus diesen Umständen heraus entstanden für Schweden typische Speisen wie Knäckebrot oder Dickmilch. Durch diese Zeit beeinflusste Gerichte finden sich immer noch in der traditionellen schwedischen Küche, der Husmannskost wieder. Diese einfache, sehr schmackhafte Küche ist fester Bestandteil der schwedischen Kultur, wurde in den letzten Jahren jedoch zusätzlich neu interpretiert. So kreieren heutzutage schwedische Spitzenköche aus traditionellen Zutaten wie Beeren, Pilzen oder Fisch internationale Spitzenküche.

Selbst der schwedische Koch und Michelin-Stern Träger Mathias Dahlgren rät: „Die schwedischen Gastro-Regionen kann man eigentlich nur mit Einheimischen richtig erleben.“ Es gilt also Land und Leute kennenzulernen und dadurch die Vielfalt der Küche Schwedens zu erkunden.

Das isst der Schwede: Die Küche Schwedens in 3 Gängen:

 

Sillsallad: schwedischer Heringssalat mit Kartoffeln, sauren Gurken, Äpfeln,

Ei und roter Bete.

Schwedische Schüsseln: Schüsseln auf hölzernem oder metallenem Untersatz, gefüllt mit kalten Fischhappen. Dazu wird Sherry gereicht.

Geräucherter Hering mit gehackten Zwiebeln.

Forellenmousse: Leichte Vorspeise aus geräucherter Forelle in einem Mixer püriert und mit Frischkäse cremig verrührt. Anschließend kann dieses Mousse auf Brot oder Crackern gereicht werden.

Graved Lachs: nach altem nordischen Rezept wird filetierter Lachs durch eine Mischung aus Pfeffer, Eigelb, Senf, Dill und Salz gezogen. Der marinierte Lachs wird wenige Tage eingelagert und anschließend in dünnen Scheiben mit süßer Senfsoße serviert.

Kalops – ein langsam geschmorter Fleischeintopf aus Rindfleisch.

Pytt i Panna: Gewürfeltes Wurst, Rind- und Schweinefleisch wird mit Zwiebeln und Kartoffeln gebraten. Anschließend werden Fleisch und Kartoffeln zusammen mit Rote-Bete-Scheiben und Spiegelei gereicht.

Biff à la Lindström: Ein üppiger Hackfleischbraten mit Sahne, Zwiebeln, Eiern, gewürfelten Kartoffelstückchen, aufgeweichten Brötchen, Kapern und eingelegter Roter Beete. Als Beilage serviert man Kartoffeln, Soße und Erbsen.

Flygande Jacob: „Fliegender Jacob“, eine Art Gulasch aus Hühnchenfleisch, mit Bananen und Erdnüssen.

Für Vegetarier:

Janssons Frestelse: „Janssons Versuchung“, ein Gratin aus rohen Kartoffeln, Zwiebeln und Anchovis, in Sahne überbacken.

Ris á la Malta: Klassischer Milchreis mit Sahne und Vanille, verfeinert durch Orangenscheiben.

Mandeltårta: klassische schwedische Mandeltorte mit Sahnecreme und goldbraun gerösteten Mandeln.

Lussekatter: traditionelles Safranbrot aus Hefeteig. Durch den Safran erhält das Gebäck seine charakteristische gelbe Farbe, die in Anlehnung an das schwedische Luciafest das Licht symbolisiert.

Kanelbullar: Schwedische Zimtschnecken aus Hefegebäck, bestreut mit grobem Kristallzucker und serviert mit heißer Schokolade.

Gebäck ist auch fester Bestandteil der typisch schwedischen Fikapaus – diese traditionelle Kaffeepause wird streng eingehalten, selbst am Arbeitsplatz!

Zu einfacherer Hausmannskost trinkt man in der Regel Mineralwasser oder Bier, zu exklusiveren Gerichten aber auch Wein. Bier wird in drei Klassen angeboten – das Bier der ersten Klasse ist das mit dem niedrigsten Alkoholgehalt und in der Regel auch das günstigste. Neben für Schweden bekannten Frucht- und Schaumweinen, wird seit einigen Jahren auf Gotland und an der schwedischen Südküste auch klassischer Wein aus Kaltklima-Traubensorten hergestellt.

 

Schwedisches Gebäck

Schwedisches Gebäck ist köstlich und süß. Und wem macht es nicht Freude, mal ganz anderen als den gewohnten Bäckerkünsten zu frönen? Weltbekannt ist natürlich die köstliche Zimtschnecke, aber auch andere „Teilchen“, wie der Rheinländer sie nennt, sind es wert, ausprobiert zu werden.

Pepparkakor ist schwedischer Pfefferkuchen, eine Art Lebkuchen. Kanelbulle nennt sich auf schwedisch die heißgeliebte Zimtschnecke. Semla ist ein mit Creme gefülltes Hefeteigstück, Dammsugare sind Kuchenstücke in Marzipanmantel, Chokladbollar sind schokoladige Kugeln. Hallongrottan ist etwas für alle, die Frucht in ihrem Gebäck mögen. Das Lussekatt erhält durch Safran eine appetitliche gelbe Farbe und der Äppel und Kanel-Scone verbindet den fruchtigen Geschmack von Äpfeln mit einer unvergleichlichen Zimtnote.

Smörgåsbord – Buffet ganz schwedisch

Das Wort Smörgåsbord setzt sich zusammen aus den Begriffen Smörgås (Butterbrot) und Bord (Tisch). Doch dieses typisch schwedische Buffet hält nicht nur Brot bereit, es besteht darüber hinaus aus diversen kalten als auch warmen Gerichten. Bedient wird sich selbst und von Fisch bis Fleisch gilt es ein breites Spektrum schwedischer Speisen zu entdecken.

Das wohl üppigste Smörgåsbord des Jahres serviert man in Schweden am Heiligabend. Das Julbord wird traditionell mit einem Glögg eingeleitet – dem herrlich duftenden, typisch schwedischen Glühwein mit Mandeln und Rosinen.

Schwedische Feste und ihre Speisen

Auf besonders typische Art und Weise lernt man die Küche eines Landes während seiner Festlichkeiten und Feiertage kennen. Die Schweden sind ein Volk, das Wert auf seine Traditionen legt. Feierlichkeiten sind oftmals mit kulinarischem Brauchtum verbunden, hier eine kleine Auswahl, die man im Urlaub erleben kann:

Torte

Foto: Henrik Trygg, www.imagebank.sweden.se

Midsommar – den längsten Tag des Jahres und das wichtigste Ereignis nach Weihnachten feiert man in Schweden mit dem Verzehr der ersten Jungkartoffeln der Saison, serviert mit eingelegten Heringen und saurer Sahne. Als Dessert werden traditionell Erdbeeren mit Schlagsahne gereicht.Krebsfeste – Wenn im August die Nächte wieder länger werden, setzen sich die Schweden verrückte Papierhüte auf und essen köstliche Krebsgerichte. Dazu wird kalter Schnaps serviert und man feiert in geselliger Runde.

Der „Lachskönig“ – wird Ende September in der Provinz Halland gekürt.
In Angel- und Kochwettbewerben dreht sich während dieser Zeit alles um den Stolz der Region – den Lachs.

St. Martinstag – In der südlichen Region Skåne wird am 11. November Gänsebraten und eine „schwarze“ Suppe mit Gänseblut namens Svartsoppa gegessen. Zum Abschluss des Gänse-Essens wird Spettekaka, ein üppiger, typisch schwedischer Baumkuchen als Dessert gereicht.

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Öffnungszeiten

Die meisten Restaurants öffnen zur Mittagszeit um ungefähr 11.30 Uhr und schließen gegen 22.00 Uhr. Die Zeiten variieren von Lokal zu Lokal und Region zu Region. In Schweden findet man sich oft schon um 18.00 Uhr oder früher zum Abendessen ein.

Preise

Die Preise in schwedischen Restaurants sind in der Regel ähnlich den Preisen in deutschen Restaurants. Je nach Exklusivität gibt es selbstverständlich auch hier Unterschiede. Preise für warme Gerichte starten bei umgerechnet 7 bis 10 Euro, für exklusivere Gerichte sollte man umgerechnet 20 Euro und mehr einplanen. Im Preis für Mittagsgerichte ist oftmals ein Getränk enthalten, also lohnt sich hier der Vergleich von Angeboten. Die Preise für alkoholische Getränke variieren etwas stärker, je exklusiver das Restaurant, desto teurer ist in der Regel der Alkohol.

Trinkgeld

In den Rechnungen der Restaurants ist meistens eine Trinkgeldpauschale enthalten. Sollte Ihnen der Service besonders gut gefallen haben, ist es jedoch nicht unhöflich, ein extra Trinkgeld zu geben.

Bezahlung

Kreditkarten werden in vielen Restaurants akzeptiert, trotzdem sollte man gerade in eher ländlichen Regionen ausreichend Bargeld zur Hand haben.

Mit Kind im Restaurant

Skandinavische Länder sind bekannt für ihre Kinderfreundlichkeit.
Dementsprechend sind die meisten schwedischen Restaurants auf kleinere
Gäste eingestellt und bieten Hochstühle sowie spezielle Kinderportionen an.

Restaurantführer "White Guide"

Der White Guide liefert die wohl umfangreichste Übersicht und Bewertung der gehobenen schwedischen Küche. Neben einer Kategorisierung der Restaurants in „Internationale Meisterklasse“, „Schwedische Meisterklasse“, „Hervorragend“, „Gut“, „Nett“ und „Einen Versuch wert“ werden regionale Besonderheiten und grobe Preisschätzungen aufgelistet.


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Quelle Titelbild: Tina Stafrén/imagebank.sweden.se